Aus dem Wochenblatt.Gendertanz mit Schneemann* und Schneefrau*

Aus dem Wochenblatt Gendertanz mit Schneemann* und Schneefrau*

Nachdem der Schneemann und die Schneefrau ihr Leben durch banales, aber wärmendes Hinschmelzen aufgegeben hatten, blieb die Genderfrage in der Diskussion in Form von Leserbriefen in der kostenlosen Wochenzeitung.
Eine Regenbogenfahne und ein Pappschild mit der Forderung nach Erhöhung des Mindestlohnes kennzeichneten als einzig verbliebene Lebenszeichen die Unglückstelle. Unbekannte hatten darauf hingewiesen, dass es Streit gegeben hatte. Erst hatte lediglich ein Schneemann auf der schmalen Straße, die in eine kleine, von Bürgern bewohnte Sackgasse führte, gestanden. Gespräche hätte es gegeben, wurde behauptet. Warum ein Schneemann und keine Schneefrau? Es wurde nachgebessert. Dann hätte die Frau zu große Brüste, beschwerten sich die Bürger und darauf wurde in den Leserbriefen Wert gelegt, Bürgerinnen. Oder doch BürgerInnen? Bürger*innen? Wie spricht man das eigentlich aus?, wenn man es vorliest? Eine Frau hatte sich beschwert, dass die Schneefrau kein Kopftuch trug. Es wurde nachgebessert. Beide Schneegestalten bekamen ein Kopftuch; die Brüste wurden ebenso entfernt wie die als anstößig wahrgenommene Gurken-Nase des Schneemannes. Sie wurde von nicht näher bezeichneten Menschen entfernt. Was insbesondere  Herr*in Müller und Frau Müllerin ärgerte, denn es war ihre Gurke gewesen. Witzbolde hatten die Schneegestalten mit einer Skala von 1-10 versehen, die sie aus Eicheln gestaltet hatten. Man, Mann, Frau und Frauin, Herr, Herr*in und Herrin, Herrchen und Frauchen Stern, Stern*in und Sternchen konnten sich demokratisch einlassen und das genaue Geschlecht bestimmen.