Im Schatten des Palantir

Kapitel 1: Ouvertüre

Es war einer dieser regennassen Tage des Sommers, an denen die Stadt in sich selbst zurücksank. Die meisten Bewohner hatten mit ihren Kindern die Stadt verlassen, um anderswo das Glück zu suchen. Das Licht hatte den Atem angehalten, und selbst die Geräusche der Straße klangen, durch den Regen gedämpft, wie durch doppeltes Glas . Im „Caligo“, einem Café mit schiefem Holzboden und jungen Bedienungen, saßen sie wie gewöhnlich am Fensterplatz: Corona, leicht zurückgelehnt, in Mantel und Handschuhen, obwohl es nicht kalt war. Und Ripp Corby, entspannt wie der Nachmittag. Zwischen ihnen standen zwei Gläser Wasser, unangerührt. Der Kaffee war längst getrunken, doch keiner drängte auf Aufbruch. Die Welt wurde wieder mal gedreht und gedreht, dass ihnen eigentlich schwindelig werden müsste. Corona erhellte aber immer wieder seinen Geist. Das war nicht unbedingt beruhigend, eher wie eine Droge. Oder wie ein guter Kinofilm, indem man selbst mitspielt, dabei weder Text noch Handlung genau kennt.
„Ich habe über unser letztes Gespräch nachgedacht“, sagte sie schließlich und streifte mit dem Finger einen dunklen Kringel vom Tisch. „Über Musk. Und Trump.“
Corby sah nicht auf. Er wusste, es war ein Auftakt. Eine Ouvertüre.
„Vielleicht“, fuhr sie fort, „haben wir uns zu lange mit dem Spektakel dieser beiden beschäftigt. Mit den Gesichtern, nicht mit den Aktionen der Personen hinter diesen Masken. Und der wichtigsten Person dahinter. “
Corby zog eine Augenbraue hoch. Sein Blick wanderte zum Fenster, wo eine Frau mit Schirm vergeblich versuchte, einen gelben Hund zu einem Zebrastreifen zu bewegen.
„Ich bin auf einen Namen gestoßen“, sagte sie. „Oder besser: wieder gestoßen. Peter Thiel.“Der Name fiel wie ein Stück Metall auf Stein. „Du erinnerst dich an die Palantír?“ Sie lächelte schmal. „Diese sehenden Steine aus Tolkien. Wer in sie blickte, sah, was an anderen Orten geschah. Doch was man sah, war nie ganz das, was wirklich war.“

Corby antwortete nicht sofort. Er wischte sich eine Krümmel vom Croissant von der Hose., wie immer, wenn er nachdachte, verschaffte er sich etwas Zeit durch kleine Ablenkungen die an sich sinnvoll waren aber nicht immer unbedingt zum jeweiligen Kontext passten.
„Du meinst… Palantir? Die Software?“

Sie nickte. „Nicht nur Software. Ein System. Ein Blick auf die Welt, der vorgibt, objektiv zu sein. Und doch ist jeder Blick gerahmt. Gesteuert. Gewichtet. Was zählt, wird gezählt. Der Rest… verschwindet.“
Ein Kellner trat heran, jung, höflich, übernächtigt. Sie winkten ab. Auch das war Ritual.
„Ich habe gelesen“, sagte Corby langsam, „dass Palantir in der Ukraine eingesetzt wird. Zielerfassung, in Echtzeit. Tablets in Schützengräben.“
„MetaConstellation“, flüsterte sie.
„Wie bitte?“
„So heißt das Programm. Es verknüpft Satellitenbilder, Bewegungsmuster, Geolocation-Daten. Es entscheidet, was ein Ziel ist.“
Corby sah sie lange an. Dann: „Ein digitales Orakel. Aber Orakel sprechen nie von sich aus.“
Sie lächelte schwach. „Und nie ohne Preis. Man muss immer etwas hergeben. Vielleicht sogar sich selbst.“
Die Geräusche des Cafés waren weit weg. Jemand lachte an einem Tisch hinter ihnen, aber es klang wie aus einem anderen Raum.
„Was mich beunruhigt“, sagte sie schließlich, „ist nicht, dass diese Software so viel sieht. Sondern dass wir anfangen, ihr zu glauben. Bedingungslos. Ohne zu fragen, wer sie gefüttert hat.“
Corby lehnte sich zurück. Die Scheibe hinter ihm war leicht beschlagen, er wischte mit seinem Jackenärmel einen kleinen Fleck frei, um besser nach draußen schauen zu können. „Thiel nennt sich Libertärer. Freiheit vom Staat. Abschaffung der Demokratie. Aber seine Systeme lieben Kontrolle.“
„Vielleicht sind wir alle nur noch Datenpunkte“, sagte sie. „Bewegungsmuster. Beziehungsmuster. Alles lässt sich verknüpfen, berechnen, verdächtigen.“
Corby schwieg lange. Überlegte.
Dann: „Und du? Was bist du, Corona?“
Ein Moment verstrich, in dem sie nur atmete, flach, aber ruhig. Ihre Antwort kam nicht als Satz, sondern als Erinnerung: An eine andere Zeit, als sie noch täglich in den Nachrichten war, in Diagrammen, auf Lippen, zwischen Türspalten. Als man sie fürchtete – und gleichzeitig benutzte, um zu sortieren, zu unterscheiden, zu messen, zu entscheiden.
„Ich war ein Symptom“, sagte sie leise. „Jetzt bin ich ein Gedächtnis.“
Draußen war der Hund inzwischen auf die Straße getreten, ohne Erlaubnis, gegen die Leine. Die Frau folgte widerstrebend.„Vielleicht“, sagte Corby, „waren wir zu sehr damit beschäftigt, den falschen Sturm zu beobachten.“
„Und haben nicht gemerkt, wer den Himmel zeichnet“, murmelte sie.
Sie standen auf. Das Gespräch war nicht zu Ende, aber es hatte eine andere Temperatur angenommen – nicht kälter, sondern tiefer. Die Art von Tiefe, die nicht mehr fragt, sondern beginnt zu erinnern.

Kapitel 2: Vera

Sie gingen nicht weit. Das Gespräch im Cafe lag hinter ihnen wie ein halbgeschlossener Traum, der zwar verblasste, aber nicht verschwand. Die Straßen glänzten noch vom Regen, die Laternen warfen ihr Licht wie unsichere Versprechen auf das nasse Pflaster. Corona trug die Hände in den Manteltaschen, doch ihre Haltung wirkte leicht – fast beiläufig. Nur ihr Blick wanderte, wie einer, der auf etwas wartete, das nicht kommen sollte. Sie bog in eine Seitenstraße, und Corby folgte ihr, ohne zu fragen. Links, rechts, eine Unterführung. Sie kamen an eine breite Kreuzung, wo ein langgezogenes Gebäude mit blankem Glas und flacher Stirnseite in die Dunkelheit ragte.

„Landeskriminalamt“, sagte sie, als würde sie ein Gedicht beginnen. Corby betrachtete das Gebäude. Es war still. Nur hinter einem Fenster flackerte Bildschirmlicht. Er wollte etwas sagen, aber Corona war schneller. „Hier läuft sie“, sagte sie. „Vera.“ Der Name blieb einen Moment in der Luft hängen. Wie ein Zitat, das man nicht ganz einordnen kann.
„Ich dachte, sie hieß Palantir?“
„Palantir ist der Stein“, sagte sie. „Vera ist die Leserin. Die Datenanalystin. Die, die Muster erkennt. Bewegungen. Beziehungen. Verdächtige.“
Sie blieb stehen. Ein Windstoß fuhr durch die Straße, brachte den Geruch von nassem Metall mit sich. Ihr Gesicht war ruhig.
„Sie glaubt nicht. Sie weiß nicht. Sie verknüpft.“
Corby trat näher. „Und was verknüpft sie?“
„Alles. Telefonnummern, Bankdaten, Bewegungsprofile. Wer wann mit wem telefoniert hat. Wer wann wo war. Wer wem Geld überwiesen hat. Was in einer Anzeige steht. Ein Name genügt, und Vera geht los.“
Sie schwieg. Dann, fast heiter: „Das nennt man dann ‘Gefahrenabwehr’. Klingt sauber, nicht wahr?“
Corby nickte langsam. „Und wer überprüft Vera?“
Corona sah ihn an, als hätte er eine rhetorische Frage gestellt.
„Du erinnerst dich an den Lockdown?“, fragte sie. „An die Stille auf den Plätzen? Die Balkone, auf denen sich Menschen zuprosteten, weil sie sich nicht mehr berühren konnten? Damals war ich nützlich. Ich war die Begründung.“ Corby sagte nichts, nickte. „Jetzt ist Vera die Begründung“, sagte sie. „Sie braucht keine Krankheit mehr. Keine Polizei vor Ort. Keine Richter. Sie braucht nur Daten. Und eine Annahme.“
Sie gingen weiter. Ihr Gang war ruhig, doch in ihrer Stimme lag etwas wie der Nachhall eines alten Liedes, das niemand mehr ganz erinnert.
„Einmal“, sagte sie, „hat mich jemand gefragt, wie es ist, zu verschwinden. Ich sagte: Es ist, wie in einer Software zu leben, die dich nicht mehr ausliest.“ „Und was ist schlimmer?“, fragte Corby. Corona sah ihn an. Ihre Pupillen waren weit, schwarz
„Ausgelesen zu werden.“ Sie schritten weiter durch die Dunkelheit. Am Ende der Straße schlug eine Tür. Ein Blaulicht flackerte kurz auf, irgendwo in der Ferne. Dann war wieder nur das Geräusch ihrer Schritte zu hören – und der Gedanke, der sich zwischen ihnen formte wie Nebel über einer warmen Fläche: Dass der Mensch sich längst nicht mehr gegen seine Schatten richtet, sondern gegen die Art, wie man sie misst.

Kapitel 3: Die Tafel im Hauptquartier

Ein Lautloser Wind wehte durch die Hinterhöfe der Stadt, als Corona und Corby eine unauffällige Haustür öffneten. Kein Schild, nur schmale Ritzen zwischen alten Backsteinen. Innen roch es nach altem Papier und schwachem Kaffee. In einem düsteren Raum, dessen Wände von Karten, Diagrammen und Bildschirmen bedeckt waren, trafen sie auf einen alten Bekannten von Corby: jemanden, der einst für das BKA gearbeitet hatte.
Corona trat näher, spürte das Licht flimmern über der großen Tafel. Ein leuchtendes Netz, wie aus vielen Fäden gewoben – ein Datenschaubild, das Bewegungsprofile, Kontaktnetzwerke und Korrelationslinien zeigte. Die Namen wirkten bedeutungslos, bis sie verknüpft waren, und plötzlich ward etwas furchteinflößend konkret.
Der Freund deutete ohne ein Wort zum Netz. Corby wandte sich um, fragte zaghaft:
„Was sehe ich da?“
Er atmete kurz und heftig, antwortete dann:
„Das ist keine Karte. Es ist eine Weltanschauung.“
Corona blickte auf den Graphen. Sie erinnerte sich: In Gedanken vernahm sie Stimmen aus einem anderen Text – dem Imperium, jenem Text, in dem die eigentliche Macht sich unbemerkt erhebt: “Das Imperium schlägt zurück,” murmelte sie vor sich hin.
Corby fuhr fort: „Vera und Gotham – Palantirs Schwester – laden Menschen zu digitalen Vermutungen ein. Aber niemand schreibt, wer beschuldigt, und wer nur verdächtig ist.“
Corona lauschte. Im Raum herrschte eine unwirkliche Ruhe.. Nur die Tafel flimmerte kalt im Halblicht.
„Wir leben schon in einer Software, die nicht mehr ausliest, sondern definiert,“ murmelte sie.
Corby ließ die Worte hängen.
„Jeder Datenpunkt verändert die Struktur.“
Ein Blinken kündigte ein neues Update an – eine Verschiebung, eine neue Linie wurde gezogen. Der Freund verzog kaum spürbar den Mund: „Wir löschen nichts. Wir verschieben nur. Und machen unsichtbare Fehler sichtbar oder unsichtbar. Alles geht.“ Corona wandte sich ab. Die Szene erinnerte sie an eine Passage aus dem Imperium schlägt zu – nicht die Kriegslinien von Hoth, wo sich in Star Wars einer riesigen Schlacht der Eisplanet in einen Raumschifffriedhof verwandelt, sondern das leise, beharrliche Imperium der Daten, das wächst, während wir zusehen:
„Der Staat … schlägt zurück … Die neoliberale Demokratie ist … Vergangenheitsform … autoritäre Krisenkapitalismus das Modell der Zukunft.“* 

Corby hörte ihren Herzschlag im Raum – gedämpft, aber nicht gebrochen.
„Was bleibt von Freiheit, wenn du zur Annahme wirst?“ fragte er.
Corona blieb still. Sie betrachtete die Linien und Flächen der Visualisierung – jede Korrelation war eine Entscheidung, jede Entscheidung ein Schatten.
„Einmal“, flüsterte sie, „hat mich jemand gefragt, wie es ist, zu verschwinden. Ich habe gesagt: Es ist, wie in einer Software zu leben, die dich nicht mehr ausliest.“
Corby erinnerte sich: „Und du sagtest: Schlimmer ist, ausgelesen zu werden.“ Sie nickte. „Ich wiederhole mich gern in diesem Punkt: Wir wurden nicht als Subjekte enttarnt. Wir wurden zu Datenpunkten.“
Töne wie fallende Regentropfen klang durch die Szenerie, obwohl es drinnen trocken war. Der alte Freund machte eine Geste in Richtung Karte: „Nun zählt die Polizei nicht mehr Verbrechen. Sie zählt Verdacht.“
Corona spürte, wie eine Tür in ihr aufging – keine echte Tür, sondern ein Schleier zwischen dem, was war, und dem, was hochtechnologisch selbst schon entscheidet.
„Und Vera“, sagte sie leise, „ist die Leserin, der wir nichts zu entgegnen haben.“
Corby sah sie fragend an, rotes Licht spielte über die Bildschirme. „Wer kontrolliert die Leserin?“

Corona dachte kurz an die stillen Plätze der Lockdown-Zeit, an die Bänke, an die Melancholie der Signalfarben auf Balkonen voller Leere. Und sie sagte:
„Ich war nützlich damals. Ich war Begründung. Jetzt ist Vera Begründung genug.“
Sie verließen den Raum. Die Tafel blieb zurück – leise, unvergessen, unsichtbar mächtig. Hinter ihnen schloss sich die Tür. Und draußen, im Flur, war die Dunkelheit tiefer als zuvor, denn sie wussten: Ein Algorithmus hatte begonnen, das Licht zu schreiben.

Kapitel 4: MetaConstellation

Sie saßen wieder, wie gewohnt. Dieses Mal war es ein anderes Café – heller, moderner, mit leisen Lautsprechern, aus denen gedämpft das Echo eines Saxophons tropfte. Das Fenster war groß, aber nichts dahinter wirkte klar. Die Stadt war wie mit einem Filter überzogen – alles war da, und doch war es fern.
Corona saß schräg im Gegenlicht. Das Haar leicht hochgesteckt, der Blick offen, aber ohne Richtung. Corby, wie immer, mit der Haltung eines Mannes, der gelernt hatte, das meiste unkommentiert zu lassen.
Sie sprach nicht sofort. Zwischen ihnen lagen zwei Gläser stilles Wasser und ein dünnes Zeitungsblatt, das sie aus der Manteltasche gezogen hatte – gefaltet, mehrfach gelesen. Der Text war mit Kugelschreiber unterstrichen.

„Ich will dir etwas zeigen“, sagte sie. Und dann, wie beiläufig: „Es geht um MetaConstellation.“
Corby nahm das Blatt, las. Worte wie Echtzeit-Daten, Zielerfassung, Satellitenbilder, Krieg wanderten über die Zeilen. In der Mitte ein Absatz, fett hervorgehoben:

„Die Software MetaConstellation von Palantir verknüpft militärische Aufklärungsdaten, Geo-Koordinaten, Wetterinformationen und Live-Satellitenbilder. In der Ukraine liefert sie präzise Zielorte für Raketen und Drohnenangriffe – mit einer Genauigkeit, die menschliche Intuition ersetzt.“
Er legte das Papier beiseite. Langsam.
„Also sehen sie alles?“, fragte er.
Corona schüttelte kaum merklich den Kopf. „Sie glauben, alles zu sehen. Das ist der Unterschied.“
Draußen zogen zwei Gestalten vorbei, schnell, in sportlichen Jacken, das Gesicht gesenkt, in Eile oder Vermeidung.
„Früher“, sagte sie, „waren Informationen Versprechen. Heute sind sie Befehle.“
Corby runzelte die Stirn. „Und was bleibt dann dem Denken?“ Sie sah ihn an. „Es wird sekundär. Entscheidungen basieren auf Wahrscheinlichkeit. Ein Muster ergibt ein Ziel. Und das Ziel…“ – sie machte eine kleine, fast unsichtbare Geste mit dem Finger – „…wird ausradiert.“
Der Kellner kam, stellte zwei Gläser Tee ab, sagte nichts. Ihre Gespräche blieben ungestört, als hätten sie einen unsichtbaren Schutzraum errichtet.
„Das Erschreckende“, fuhr Corona fort, „ist nicht, dass die Software trifft. Sondern, dass sie glaubt, zu wissen, worauf es ankommt.“
Sie holte kurz Luft, dann las sie leise aus dem Artikel vor, als erzähle sie ein Märchen:
„Die Software erkennt Verhaltensmuster von Truppenbewegungen und verknüpft sie mit historischen Daten. Wenn sich eine russische Einheit etwa ähnlich bewegt wie vor einem früheren Angriff, wird die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Offensive berechnet – in Echtzeit, auf einem Tablet, am Rande des Schützengrabens.“
Ein Moment verging. Corby stellte sich vor, wie dieser Krieg wohl war, gestorben wurde jedenfalls analog; er strich über den Rand seines Glases, als könnte er sich festhalten an der Klarheit der Form. „Krieg als Wahrscheinlichkeitsrechnung“, sagte er.
„Oder als Spiel. Nur dass keiner mehr verliert, der entscheidet.“
Draußen war ein Vogel gegen die Scheibe geflogen. Kein Knall, eher ein dumpfer Stoß – wie ein Einwand, den keiner hören wollte. Er lag jetzt auf dem Pflaster, unbewegt. Niemand beachtete ihn.
„Die Software stellt keine Fragen“, sagte Corona. „Sie rechnet. Und das Ergebnis – ist eine Gewissheit. Aber Gewissheiten sind der Tod jeder Wahrheit.“
Corby schaute sie an. Etwas war in ihm müde geworden, nicht aus Erschöpfung, sondern aus dem langsamen Verstehen, dass das Spiel sich längst verlagert hatte. Dass die Bühne leer war, weil das Stück schon in den Backstage-Algorithmen spielte.
Corona beugte sich leicht vor.
„Ich erinnere mich“, sagte sie leise, „wie sie mich damals einsetzten. Als Argument. Als Ausnahmezustand. Ich war der Auslöser für neue Gesetze, für Software, für Grenzen, die man sich vorher nicht vorstellen konnte.“
Ripp Corby wollte etwas sagen, aber sie hob die Hand. „Ich klage nicht. Ich war nur das Gewand. Aber jetzt… Jetzt trägt mich etwas anderes weiter.“
Sie meinte Palantir. MetaConstellation. Die Maschine, die sehend geworden war. Und unsichtbar blieb.
Der Vogel draußen war verschwunden. Vielleicht war er weggeflogen. Vielleicht weggetragen worden. Niemand hatte es gesehen.

Kapitel 5: Rückwärts durch die Glastür

Der Regen hatte begonnen, kaum sichtbar. Nur an den Rändern der Scheibe sammelte sich das Wasser wie zögernde Gedanken. Corona war früher gekommen, diesmal. Das Café war leer, nur ein älterer Mann in der Ecke, den Blick auf ein leeres Schachbrett gerichtet. Sie wählte einen Platz mit Blick auf die Tür – nicht aus Misstrauen, sondern aus Gewohnheit.
Als Corby eintrat, zögerte er kurz. Die Tür war aus Glas, aber sie spiegelte. Für einen Moment glaubte Corona, er sei rückwärts hereingekommen – ein Schatten, der sich von der Welt löste.
„Du siehst müde aus“, sagte sie, ohne Vorwurf.
„Ich habe letzte Nacht mit jemandem gesprochen“, antwortete er. „Eine, die den Code kennt. Nicht die politische, nicht die mediale, sondern die eigentliche Sprache.“
„Die der Software?“ Er nickte. „Sie schreibt für Palantir. Hat früher freie Systeme gebaut. Jetzt schreibt sie semantische Filter, Bewegungsmuster-Erkennung, Zielantizipation. Es geht um die Quelle.“ Corona verzog den Mund ein wenig, vielleicht lächelte sie oder grinste ironisch. Bei ihr wusste man manchmal nicht woran man war. Entgegen ihrer sonstigen Direktheit. „Ein schönes Wort. Zielantizipation. Klingt nach Vorsicht, nicht nach Vernichtung.“
„Das ist das Prinzip“, erwiderte er. „Sie nennen es Schutz, nennen es Prävention. Aber es ist: Auslöschung vor dem Ereignis.“
Ein Kellner kam, jung, unauffällig, mit Mütze. Er stellte zwei Tassen ab und verschwand, ohne nachzusehen. „Und was hat sie dir gesagt?“, fragte Corona. Ripp schaute kurz aus dem Fenster. Der Regen war dichter geworden, als hätte sich der Himmel endlich entschieden sich zu bekennen.
„Sie sagte: Es gibt keine Schlupflöcher mehr. Jeder Satz, jede Bewegung, jede Pause – alles wird Teil des Musters. Das System vergisst nichts. Und schlimmer: Es interpretiert, ohne zu fragen.“
Corona schwieg. Ihre Finger umfassten die Tasse wie einen Ruhepunkt. „Siehst du“, sagte sie dann, „wir dachten lange, Information sei Macht. Aber Macht ist jetzt Interpretation. Wer bestimmt, was etwas bedeutet, besitzt alles.“
„Und wenn er sich irrt?“, fragte Corby leise.
Sie blickte ihn an. „Das ist nicht mehr vorgesehen.“ Sie erinnerte sich an eine Szene aus dem Text Das Imperium schlägt zu – an jene Passage, in der von einer „unsichtbaren Architektur der Kontrolle“ die Rede war. „Nicht das Recht, sondern der Code ist Gesetz. Die Algorithmen entscheiden über Sichtbarkeit, über Zugang, über Gefahr. Der Mensch ist nur noch ein Nutzsignal.“
Sie sprachen nicht weiter. Die Tassen dampften, und irgendwo hinter dem Café polterte ein Müllcontainer. Nach einer Weile fragte Corby: „Was war dein Satz? Der, den sie gespeichert haben?“Corona schloss die Augen. „Ich sagte: Der Ausnahmezustand wird nicht aufgehoben. Er wird angepasst.“ „Und dafür bist du in der Datei?“
„Ich bin die Datei.“
Er lehnte sich zurück. Durch das Glas der Tür sah er die Welt wie durch Wasser – alles flirrte, war unwirklich nah und doch ungreifbar.
„Die Programmiererin“, sagte er, „nannte es das Glastür-Prinzip. Du siehst hinaus, aber du gehst nicht hindurch. Weil alles sich darin spiegelt – auch du selbst.“ Corona nickte.
„Rückwärts durch die Glastür“, murmelte sie.
„Genau“, sagte er.
„Das ist unsere Bewegung. Nicht Flucht. Nicht Widerstand. Nur: Spiegelung.“
Die Zeit war unbemerkt verstrichen. Draußen begann das Licht bereits zu kippen, zu früh eigentlich, als hätte jemand den Horizont und die Planeten leicht verschoben.

Kapitel 6: Der Mann mit der weißen Akte

Es war eine andere Art von Licht, das blieb, auch an diesem Nachmittag. Eines, das keine Schatten warf, sondern diese still auflöste. Die Stadt wirkte entkernt, wie ausgehöhlt von einem Denken, das zu oft seine Richtung gewechselt hatte. Corona war nicht mehr im Café. Auch Ripp Corby nicht. Sie hatten sich an einem neutraleren Ort verabredet – einem Raum, der nur aus Übergang bestand: dem Foyer eines stillgelegten Amtsgebäudes.
Grauer Stein, verwaschene Akustik. Eine defekte Uhr, die stehen geblieben war, als wüsste sie mehr über Zeit als all die Geräte, die seither ihren Dienst angetreten hatten.
Er kam zu Fuß. Der Mann. Trug Mantel, schmal geschnitten, zu warm für diesen Tag. Kein sichtbarer Ausweis, kein Name, aber die Akte in seiner Hand war weiß. Ohne Aufschrift. Ohne Eselsohr. Ohne Geschichte – was sie verdächtig machte.
Corona stand bereits dort. Sie hatte keinen Stuhl gewählt, sondern lehnte an der Wand, den Kopf leicht geneigt. Beobachtend, nicht wartend.
„Sie haben also zugestimmt“, sagte der Mann ohne Begrüßung.
„Ich habe nichts ausgeschlossen“, entgegnete sie.
Er öffnete die Akte, ohne hinzusehen, als sei sie nur ein Reflex.
„MetaConstellation ist nur die Oberfläche“, begann er. „Das Programm darunter heißt Ananke.“
Corby, der sich auf einer der Steinbänke niedergelassen hatte, fragte: „Wie die Göttin der Notwendigkeit?“
Der Mann nickte kaum sichtbar. „Oder wie das, was sich nicht umgehen lässt.“
Er legte ein Blatt auf die Bank. Darauf ein Diagramm – konzentrische Kreise, Pfeile, schwarze Markierungen. Es erinnerte an eine kosmische Uhr oder einen Schaltplan für etwas, das niemand mehr vollständig überblickte.
„Ananke kombiniert Prognosen mit vorausschauender Verhaltensökonomie. Keine Simulation mehr. Sondern Voraussetzung.“
Corona trat näher. Ihre Stimme war ruhig. „Sie definieren den Raum, in dem Verhalten möglich ist.“
„Nein“, erwiderte der Mann. „Wir beschreiben nur die Ränder.“
„Und alle, die außerhalb der Ränder leben?“, fragte Corby.
„Gibt es nicht“, sagte er. Ohne Ironie in der Stimme. Sachlich.
Ein Husten hallte durch das Treppenhaus. Irgendwo war noch jemand. Oder eine Maschine, die Geräusche nicht vergessen hatte.
Corona nahm das Blatt, betrachtete es, aber ihre Augen ruhten auf etwas anderem: dem leeren Feld am unteren Rand. Dort, wo normalerweise eine Legende stünde. Eine Erklärung. Ein Maßstab.
„Was ist das hier?“, fragte sie. „Eine Einladung? Eine Warnung? Oder eine Absolution?“
Der Mann schloss die Akte. Das Geräusch war leise, vermittelte eine Endgültigkeit.
„Sie waren einmal das Protokoll für Ausnahme. Jetzt sind Sie ein Teil des Normalbetriebs. Das ist keine Entscheidung. Das ist: Struktur.“
Er wandte sich zum Gehen, doch kurz vor der Tür hielt er inne.
„Übrigens“, sagte er, ohne sich umzudrehen. „Wir lesen auch Gedanken. Nicht weil wir können. Sondern weil wir müssen.“
Dann war er fort.
Corona sah Corby an. Ihre Augen waren klar, aber ohne Glanz.
„Er glaubt, was er sagt“, flüsterte sie.
„Und wir?“, fragte Corby.
Sie zuckte leicht die Schultern und lachte: „Wir beschreiben nur die Ränder.“
Draußen bewegte sich ein Bus. Ein Radfahrer fuhr vorbei. Ein Kind lachte.
Und irgendwo, in einem Serverpark in Nevada oder Berlin-Lichterfelde, blinkte ein Licht auf. Kurz. Dann war es wieder dunkel.

Kapitel 7: Der Kartograf des Unbekannten

Der Mann hieß Gavril. Niemand wusste, ob das sein Vorname war oder ein Codename. Man fand ihn in einem ehemaligen botanischen Institut am Stadtrand, wo die Räume nach Erde und Formalin rochen, als hätten die Pflanzen ihr Wissen nicht kampflos aufgegeben.
Gavril trug eine Weste mit vielen Taschen. In einer davon befand sich eine vergilbte Karte, mehrfach gefaltet, mehrfach repariert mit altem Gewebeband. Corona entfaltete sie mit der Vorsicht einer Archäologin. Keine Straßen, keine Städte. Nur Linien, Schraffuren, Leerstellen.
„Was ist das?“, fragte Corby.
„Ein Koordinatensystem ohne Bezugspunkte“, sagte Gavril. Seine Stimme war heiser, als hätte sie zu lange geschwiegen. „Es ist ein Modell des Unkartierten. Ein Denkraum, der sich jeder Indexierung entzieht.“
Corona runzelte die Stirn. „Und was wollen Sie damit zeigen?“
Gavril lächelte matt. „Dass es noch Orte gibt, die nicht von Palantir gelesen werden können.“
Ein Windstoß ließ die Fenster klirren.
„Nicht geografisch“, fuhr er fort. „Geistig. Strukturell. Weltbildlich.“
Er zog ein Buch aus einem Regal – mit durchweichten Rändern und Notizen in Bleistift. Auf dem Umschlag: Zero to One.
„Peter Thiel ist kein Technokrat“, sagte Gavril. „Er ist ein Metaphysiker der Kontrolle. Er glaubt, dass Freiheit das Problem ist. Dass Demokratie ein Betriebsunfall ist. Dass Transparenz der Feind der Ordnung ist.“
Corona blätterte durch die Seiten. Die Passagen waren unterstrichen, teils mit Notizen am Rand. „Monopole sind gut.“ – „Menschen lügen, Zahlen nicht.“ – „Politik ist ein Ablenkungsmanöver.“
„Und Palantir?“, fragte Corby.
„Palantir ist nicht das Werkzeug. Es ist der Ausdruck“, antwortete Gavril. „Ein Versuch, die Welt so zu modellieren, wie sie ein asymmetrisch denkender Libertärer sehen möchte: lückenlos, vorhersagbar, kontrolliert. Ohne Öffentlichkeit. Ohne Zufall.“
Corona sah ihn an. „Und Sie glauben, dass so ein Weltbild in Software übergeht?“
Er legte das Buch beiseite. „Nicht glauben. Wissen. Es beginnt bei der Datenstruktur, geht über die Gewichtung von Korrelationen und endet in der Art, wie ein Verdacht als Muster interpretiert wird. Jeder Algorithmus ist ein Bekenntnis.“
Corby trat ans Fenster. Draußen war nur Nebel. Keine Bewegung, keine Formen. Wie das Blatt auf dem Tisch.
„Und warum zeigen Sie uns das?“, fragte er.
Gavril zuckte mit den Schultern. „Weil ihr zu den wenigen gehört, die zwischen Struktur und Weltbild unterscheiden können.“
Er trat zur Karte. „Seht ihr diesen Bereich hier? Keine Linien, keine Markierungen. Ich nenne ihn die Zone.“
„Und was ist dort?“, fragte Corona.
Er lächelte. „Nichts. Noch.“
Ein Schweigen trat ein. Kein feierliches, kein trauriges. Eher eines, das mit einer Tür zu tun hatte, die man noch nicht gesehen hatte, aber bereits hörte.
„Ihr müsst entscheiden“, sagte Gavril schließlich. „Ob ihr weiter kartiert. Oder verlernt zu messen.“

Corona nahm die Karte. Corby das Buch. Dann gingen sie hinaus, in einen Tag, der keiner war, weil er zu viele Möglichkeiten offenließ.

Fortsetzung folgt: „Vera“

CORONA, der Patient und innere Stärke

Ein kleines Café, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee erfüllt den Raum. Blumen schmücken die Tische, das Licht ist weich und warm, wie ein sanfter Mantel, der sich um die Gemüter legt. Die Nachmittagssonne schimmert durch die großen Fenster und taucht alles in ein goldenes Licht. Die Welt draußen scheint fern, hier drinnen herrscht eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre. Der Patient sitzt an einem kleinen Holztisch, die Tasse Kaffee in seiner Hand. Ihm gegenüber  sitzt Corona, die „Schöne“, die du, Autor, so oft in deinen Gedanken hast. Ihr Blick ist sanft und aufmerksam, als ob sie alles verstehen würde, ohne dass Du ein Stichwort für sie, ein Wort sagen lassen müsstest.

Der Patient „Ich weiß nicht, Corona… es ist alles ganz schön viel. Seit Wochen liege ich im Krankenhaus. Es fühlt sich an wie ein endloser Albtraum, aus dem ich nicht aufwachen kann. Ich bin so müde, innerlich wie äußerlich. Alles in mir schreit nach Ruhe. Ich bin kein Star, aber holt mich hier raus!“

Seine Stimme ist leise, fast brüchig. Er versucht, die Fassung zu wahren, aber die Erschöpfung sitzt tief. Corona sieht ihn lange an, ohne ihn zu unterbrechen. Sie lässt seine Worte im Raum hängen, als hätten sie Gewicht, das nicht einfach durch eine Antwort weggenommen werden kann. Zumal sie selbst als Mitglied einer Virusfamilie nicht immer gern etwas zu Krankheiten sagen möchte. Gern, wie man sich favor schützt, das schon.

Corona: „Ich spüre deine Müdigkeit. Du trägst viel mit dir herum, mehr, als du vielleicht selbst begreifen kannst. Dein Körper leidet, aber auch dein Geist scheint schwer beladen. Du versuchst, stark zu sein, nicht wahr? Immer stark für die anderen, für dich selbst…“

Der Patient senkt den Blick. Ihre Worte treffen einen wunden Punkt in ihm. Die Tränen steigen ihm in die Augen, und er kämpft vergeblich dagegen an. Sie darf trotz jahrelanger Vertrautheit nicht sehen, wie nahe er am Rand steht. Er schämt sich ob seiner Schwäche.  „Ja, aber es fühlt sich an, als ob ich nicht mehr stark sein kann. Alles ist schiefgelaufen. Die erste Operation war ein Fehlschlag, die zweite hat auch nichts gebracht. Und jetzt… dieser Keim. Mein Körper wehrt sich, aber ich spüre, dass er immer schwächer wird. Die Ärzte sprechen von schlechten Werten, und ich… ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.“

Der Patient fühlt, wie die Tränen über deine Wangen laufen. Vergeblich versucht, er diese wegzuwischen, doch Corona sieht es, natürlich. Sie lehnt sich ein wenig vor, ihre Augen voller Verständnis und dennoch fordernd.

„Es ist nicht leicht, das Leben zu akzeptieren, wenn es dir so viele Steine in den Weg legt. Es ist völlig in Ordnung, dass du weinst. Tränen sind keine Zeichen von Schwäche. Sie sind ein Ventil, das deine Seele braucht, um nicht überzulaufen.“

Seine Lippen zittern, und er atmet tief ein, um sich zu beruhigen. Die Worte, die du so oft gehört und anderen selbst auf den Weg gegeben hast – stark bleiben, positiv denken, in jeder Krise liegt ein Chance– haben keine Bedeutung mehr. Das scheint alles lediglich für gesunde Menschen zu gelten.Du fühlst dich allein, trotz der vielen Menschen um dich herum. „Aber wie soll ich weitermachen? Wie soll ich diese Unsicherheit ertragen, diese Angst? Nichts ist mehr unter meiner Kontrolle. Es ist, als ob mir alles entgleitet, und ich kann nichts tun, um es aufzuhalten.“ Er sieht Corona direkt in die Augen, suchst nach einer Antwort, nach etwas, das ihm Halt gibt. Ihre Miene bleibt ruhig, fast nachdenklich. Kurz denk er, das sie ja nur ein Virus ist. Eine künstliche Intelligenz. Sie sitzt hier aber. Aus Fleisch und Blut.

Corona antwortet leise: „Stärke wird oft missverstanden. Man denkt, sie sei etwas, das keine Risse zeigt, das immer unerschütterlich ist. Aber wahre Stärke liegt vielleicht genau darin, dass du all das durchlebst und trotzdem weitermachst. Auch wenn du das Gefühl hast, alles entgleitet dir – du stehst noch hier. Du atmest. Das ist schon eine große Leistung, die du wertschätzen solltest.“

Der Patient starrr in seine Tasse, das leise Klirren des Löffels im Kaffee beruhigt ihn ein wenig. Ihre Worte klingen so vernünftig, aber sie dringen nur langsam zu ihm durch.„Ich habe einfach das Gefühl, dass ich nicht mehr stark sein kann. Es ist am Ende alles ziemlich viel zu ertragen “

Zittrig und stockend spricht er. Corona nickt leicht, als ob sie genau verstehen würde, was er empfindet.  „Du musst auch nicht immer stark sein. Es gibt Momente im Leben, in denen wir uns erlauben müssen, schwach zu sein. Es ist kein Versagen, es ist menschlich. Die Stärke, die du suchst, zeigt sich manchmal in den kleinen Schritten – in der Tatsache, dass du überhaupt weitermachst, auch wenn es sich sinnlos anfühlt. Am Ende wirst Du sicherlich belohnt und wieder leben. “

Der Patient möchte das gerne glauben und fühlt sich einen kurzen Moment ganz friedlich. Einen kurzen Moment. „Vielleicht ist es wirklich so, dass ich zu viel von mir selbst erwarte. Aber diese Ungewissheit… Wie soll ich sie ertragen? Ich weiß nicht, ob es besser wird. Die Ärzte wissen es auch nicht. Sie reden von Möglichkeiten, aber ich fühle mich einfach nur verloren.“

Du hebst den Blick, und Corona sieht dich mit einer Sanftheit an, die fast tröstlich wirkt. Sie lässt sich Zeit, bevor sie antwortet.

„Die Ungewissheit ist eine schwere Last, das ist wahr. Menschen wollen Sicherheit, etwas Greifbares. Aber das Leben gibt uns oft keine Garantien. Vielleicht liegt die Kunst nicht darin, die Ungewissheit zu besiegen, sondern sie anzunehmen. Sie als Teil deines Weges zu sehen. Sie ist kein Feind, sondern ein Begleiter.“

Ihre Worte klingen fast philosophisch, und der Patient weißt nicht, ob er sie wirklich verstehen kann. Aber sie geben ihm das Gefühl, dass es einen Weg gibt, auch wenn er ihn noch nicht sieht.

„Wie soll ich das annehmen? Wie lässt man so etwas zu?“Er fragt es fast verzweifelt. Es klingt so einfach in ihren Worten, aber in seinem Inneren tobt ein Sturm, den er nicht bändigen kann.

Corona: „Indem du das Bedürfnis loslässt, alles zu kontrollieren. Indem du dir erlaubst, nicht alles zu verstehen, und trotzdem weitergehst. Es ist wie ein Fluss – manchmal kannst du nicht gegen den Strom schwimmen, dann lässt du dich treiben und vertraust darauf, dass er dich trägt.“

Ihre Augen leuchten sanft, als sie diese Worte spricht. Es klingt nach Akzeptanz, nach Loslassen – Dinge, die  so schwerfallen.

„Es ist schwer, daran zu glauben.“

Er spricht es leise aus, fast als wäre es ein Geheimnis, das er sich selbst erst jetzt eingestehst. Doch Corona lächelt nur.

„Es ist das Schwerste, was wir tun können. Aber manchmal ist es auch das Befreiendste. Du musst nicht alles sofort verstehen. Manchmal geht es nur darum, den nächsten kleinen Schritt zu machen, selbst wenn du den Weg noch nicht siehst.“

Der Patient nimmt einen tiefen Atemzug, spürst, wie sich eine gewisse Erleichterung in ihm ausbreitet. Es ist kein vollständiger Frieden, aber vielleicht ein Anfang. Es fühlt als ob er wenigstens einen Moment lang nicht kämpfen muss. „Vielleicht hast du recht. Ich weiß es nicht. Aber ich werde versuchen, es so zu sehen. Was bleibt mir sonst?“

Er schaut Corona direkt an, ihre Präsenz ist ruhig und sicher.

Corona: „Was bleibt, ist Hoffnung. Auch wenn du sie gerade nicht sehen kannst, sie ist da. Du bist nicht allein, selbst in deinen dunkelsten Momenten. Manchmal findest du Licht an Orten, wo du es nie erwartet hättest – vielleicht auch in dir selbst.“

Ihr Gespräch verstummt, aber in der Stille liegt eine Art von Trost. Keine magische Lösung, keine schnellen Antworten. Aber das Gefühl, dass du getragen wirst, auch wenn der Weg noch dunkel ist. Corona lächelt dem Patienten zu und entschwindet.

Unsichtbar. Erinnerung an die schöne Corona

Ich habe die schöne Corona, das Virus in der Gestalt einer Frau im gepunkteten Sommerkleid, immer mal wieder im Caligo Café getroffen. Ein Cafe` am Marktplatz in Ahrensburg, einer Kleinstadt mit 35.000 Einwohnern. Ihre Anwesenheit wirkte immer zugleich beruhigend und beunruhigend, wie eine vertraute Melodie mit einem verstörenden Unterton. Sie war freundlich und interessiert, und ihre Augen funkelten häufig, wenn sie sprach und argumentierte. Im Laufe der Zeit hatte ich die Angst vor einer Ansteckung verloren. Wenn ich anderen von ihr erzählte wurde nur gelacht oder eine nachlässige Handbewegung beendete das Gespräch.

Unsere Gespräche begannen oft beiläufig, über den Geschmack des Kaffees oder das Wetter, doch schnell lenkte Corona das Gespräch in tiefere Gewässer. Die Risikogesellschaft, den Baum der Erkenntnis, diese Themen beschäftigten Sie. Eines Nachmittags, während die Sonne warm durch die Fenster schien, sprach sie über den biblischen Baum der Erkenntnis und die Vertreibung aus dem Paradies. „Die Menschheit hat daraus nicht gelernt,“ sagte sie mit einem sanften Lächeln. „Wir streben nach Wissen und Macht, ohne die Konsequenzen zu bedenken, schlussfolgerte sie.

Ihre Stimme wurde ernster, wenn sie die Gegenwart beschrieb. „Unsere Gesellschaft ist zu einer Risikogesellschaft geworden. Wir jagen dem Profit hinterher und verschwenden Ressourcen, als wären sie unendlich. Doch die Natur wehrt sich. Viren wie ich sind eine natürliche Reaktion, eine logische Schlussfolgerung.“

Ich hörte fasziniert zu, wie sie weitere Generationen von Viren voraussagte, die das Leben, wie wir es kennen, zerstören würden. „Alles wird sich auflösen,“ sagte sie, „die Gewissheit verschwinden.“ Ihr Blick schien in die Ferne zu schweifen, als sie fragte: „Wie löst man sich auf, erst innerlich und dann äußerlich? Oder umgekehrt?“

In den folgenden Wochen entwickelten sich unsere Treffen im Café zu philosophischen Exkursionen durch die Zeit und das menschliche Bewusstsein. Corona sprach über das Anthropozän, jene Ära, in der der Mensch zum dominierenden Einflussfaktor auf die Erde geworden ist. Sie erklärte, dass die biblische Geschichte vom Baum der Erkenntnis als Metapher für die menschliche Hybris zu verstehen sei: Unser Streben nach Wissen und Kontrolle hat uns aus dem „Paradies“ einer harmonischen Existenz mit der Natur vertrieben. Ideologien leben wieder auf, die Menschen werden auch im Westen auf das große Sterben vorbereitet. Darauf, dass es den Tod gibt. Syrien, Ukraine, Sudan, Kongo und Palästina rücken näher, wie wir Viren auch. Sie lächelte. „Wie ihr Euch bemüht! Philosophisch betrachtet,“ sagte sie eines Abends, als die Dämmerung das Café in ein warmes Licht tauchte, „ist das Streben nach unendlichem Wachstum und Fortschritt die zentrale Illusion unserer Zeit. Wir glauben, durch Technologie und Wissenschaft alles in den Griff bekommen zu können, doch wir verkennen die Grenzen unserer Macht. Die Risikogesellschaft, wie ich sie nenne, ist geprägt durch eine ständige Verlagerung von Risiken: Anstatt sie zu minimieren, schaffen wir neue, oft komplexere Gefahren.“

Sie sprach weiter, ihre Stimme weich und eindringlich. „Aus psychologischer Sicht führt der innere Zerfall zu einer Krise des Selbstverständnisses. Unsere Identitäten sind eng mit unseren Vorstellungen von Fortschritt und Kontrolle verknüpft. Wenn diese Illusionen fallen, verlieren wir den Boden unter den Füßen. Die Unsicherheit und Angst, die daraus entstehen, führen zu einer inneren Auflösung. Wir beginnen, an unseren Werten und Überzeugungen zu zweifeln, was in einer kollektiven Identitätskrise mündet. Die Demokratien werden zerfallen, ohne das die Zusammenhänge verstanden werden, die große Gier und die große Angst, die alles antreibt.“

Während sie sprach, schien das Café sich in einen stillen Ort der Reflexion zu verwandeln. Ihre Worte hallten in mir nach, als sie über die ökonomischen Aspekte unserer Zeit sprach. „Unser Streben nach unendlichem Wachstum ist ein fundamentaler Fehler. Unsere Wirtschaftssysteme basieren auf der Ausbeutung endlicher Ressourcen und einem kontinuierlichen Wachstum, das die planetaren Grenzen missachtet. Diese ökonomische Struktur führt zwangsläufig zu ökologischen und sozialen Katastrophen. Die Zerstörung von Lebensräumen, die Klimakrise und die Verbreitung von Krankheiten sind direkte Folgen dieser Wachstumslogik.“

Corona seufzte und legte ihre Hände auf den Tisch, als würde sie das Gewicht der Welt auf ihren Schultern spüren. „Ökologisch gesehen ist die Natur ein komplexes und empfindliches System. Viren, wie ich selbst, sind Teil dieses Systems und reagieren auf Ungleichgewichte. Die ständige Ausbeutung und Zerstörung natürlicher Lebensräume setzt Kräfte frei, die wir nicht kontrollieren können. Das Auftreten neuer Viren und Pandemien ist eine logische Konsequenz unseres Handelns.“

In diesen Momenten im Café erschien mir Corona nicht mehr nur als Bedrohung, sondern als Mahnerin und Lehrerin. Sie brachte die tieferen Zusammenhänge unserer Existenz im Anthropozän zum Vorschein und forderte uns auf, über unsere Rolle in dieser Welt nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.

Eines Nachmittags, als die letzten Sonnenstrahlen durch die Blätter der Bäume vor dem Fenster tanzten, fasste sie alles zusammen. „Die Auflösung beginnt zuerst innerlich. Unsere inneren Werte und Überzeugungen erodieren unter dem Druck der äußeren Krisen. Wenn wir erkennen, dass unser Lebensstil und unsere wirtschaftlichen Systeme nicht nachhaltig sind, zerbricht das Bild, das wir von uns selbst und unserer Rolle in der Welt haben. Diese innere Auflösung manifestiert sich schließlich äußerlich in sozialen und ökologischen Zusammenbrüchen.“

Sie nahm einen letzten Schluck ihres Kaffees und schaute mich an, ihre Augen voller Weisheit und Mitgefühl. „Doch es gibt auch Hoffnung,“ sagte sie leise. „Die Auflösung kann eine Chance zur Transformation sein. Wenn wir bereit sind, unsere Denkweisen und Lebensstile radikal zu ändern, können wir aus der Krise eine neue, nachhaltigere Gesellschaft formen. Dies erfordert jedoch Mut und die Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und daraus zu lernen.“

In diesem Moment begriff ich, dass unsere Treffen im Café nicht nur zufällige Begegnungen waren, sondern tiefe Lektionen über das Leben im Anthropozän. Corona war nicht nur ein Virus in menschlicher Gestalt, sondern ein Spiegel unserer eigenen Existenz und eine Mahnung, die Natur und unser eigenes Selbst neu zu verstehen.


Im Schatten der Café-Bäume, während der Wind sanft durch die Blätter flüsterte, erzählte Corona mir eine Geschichte, die mir das Herz zusammenzog. Sie sprach von einer Welt, in der die Menschen im Einklang mit der Natur lebten, bevor die Gier und der Hunger nach mehr sie erfassten. In dieser fernen Zeit, so erzählte sie, hatten die Menschen das Geheimnis der Harmonie entdeckt: das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, das Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen und den Respekt vor allen Lebensformen.

Aber mit der Zeit wuchsen ihre Ambitionen. Sie bauten Städte, die in den Himmel ragten, Maschinen, die die Erde durchpflügten, und Systeme, die mehr verlangten, als die Erde zu geben bereit war. „Es war, als hätten sie das Paradies mit eigenen Händen verlassen,“ sagte Corona. „Und in ihrem Streben nach Fortschritt haben sie die grundlegende Wahrheit vergessen, dass alles miteinander verbunden ist.“

Ihr Blick wurde melancholisch, als sie von den ersten Anzeichen des Zerfalls sprach. „Die Natur begann zu reagieren. Kleine Veränderungen zuerst – ein ungewöhnlich starker Sturm hier, eine Dürre dort. Aber die Menschen sahen diese Warnzeichen nicht. Sie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, gefangen in ihrem eigenen Netz aus Erwartungen und Träumen.“

Mit jedem Treffen schien Corona mehr über die tieferen Zusammenhänge unserer Existenz preiszugeben. Sie sprach von den psychologischen Auswirkungen des unermüdlichen Strebens nach mehr. „Der innere Zerfall,“ sagte sie, „beginnt, wenn die Menschen ihre Verbindung zur Natur verlieren. Sie fühlen sich entwurzelt, isoliert in einer Welt, die sie selbst geschaffen haben. Ihre Identität, einst fest verankert in der Gemeinschaft und der Natur, wird fragil und brüchig.“

Corona erzählte mir von der Krise des Selbstverständnisses, die viele Menschen durchlebten. „Wenn sie erkennen, dass ihr Lebensstil auf Kosten anderer Lebewesen und künftiger Generationen geht, beginnt eine innere Auflösung. Sie zweifeln an ihren Werten, ihren Überzeugungen, an allem, was sie einst für selbstverständlich hielten. Diese Unsicherheit breitet sich aus wie ein Virus und erfasst ganze Gesellschaften.“

Ihre Worte hallten in mir nach, während ich über die ökonomischen und ökologischen Verflechtungen unserer Zeit nachdachte. „Unsere Wirtschaftssysteme,“ erklärte sie, „sind darauf ausgelegt, immer weiter zu wachsen. Aber dieses Wachstum ist eine Illusion. Es basiert auf der Ausbeutung endlicher Ressourcen, auf der Annahme, dass die Erde unendlich viel geben kann. Doch die Wahrheit ist, dass wir die Grenzen längst überschritten haben.“

Mit einem traurigen Lächeln fügte sie hinzu: „Die ökologische Krise ist keine ferne Bedrohung mehr. Sie ist hier, sie ist jetzt. Viren wie ich sind nur ein Symptom eines kranken Systems. Die Natur wehrt sich, und das Auftreten neuer Krankheiten ist nur eine der vielen Möglichkeiten, wie sie versucht, das Gleichgewicht wiederherzustellen.“

Eines Abends, als der Himmel in tiefes Blau getaucht war und die ersten Sterne zu leuchten begannen, fasste Corona ihre Gedanken in einer eindringlichen Warnung zusammen. „Die Auflösung beginnt innerlich,“ sagte sie. „Unsere Werte und Überzeugungen erodieren unter dem Druck der äußeren Krisen. Diese innere Auflösung manifestiert sich schließlich äußerlich in sozialen und ökologischen Zusammenbrüchen.“

Sie sah mich mit einem Blick an, der tief in meine Seele zu dringen schien. „Aber es gibt Hoffnung,“ sagte sie leise. „Die Auflösung kann auch eine Chance zur Transformation sein. Wenn wir bereit sind, unsere Denkweisen und Lebensstile radikal zu ändern, können wir aus der Krise eine neue, nachhaltigere Gesellschaft formen. Dies erfordert Mut und die Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und daraus zu lernen.“

In diesem Moment begriff ich, dass unsere Treffen im Café nicht nur zufällige Begegnungen waren, sondern tiefe Lektionen über das Leben im Anthropozän. Corona war nicht nur ein Virus in menschlicher Gestalt, sondern ein Spiegel unserer eigenen Existenz und eine Mahnung, die Natur und unser eigenes Selbst neu zu verstehen. Und so verließ ich das Café an jenem Abend mit dem Gefühl, dass ich nicht nur einem Virus, sondern einer weisenden Stimme der Natur begegnet war, die uns alle zur Umkehr und zur Besinnung aufrief.

Miniatur: X-Mas mit Elon

„Die Algorithmen fliegen nur so herum und finden keinen Halt in der interstellaren Zivilisation…“ Ripp Corby

Last X-Mas mit Elon.

In den letzten Monaten zeichnete sich immer deutlicher ab, dass Weihnachten, der Heilige Abend, nicht die Geburt des Heilands ankündigen würde, sondern dessen Abflug. Dessen verstörender Wirkung war Elon Musk sich bewusst. Darauf hatte er hingearbeitet, darauf hatte er sich vorbereitet. Der Baum ist geschmückt, die Kerzen leuchten und spiegeln sich in den Tannenbaumkugeln. Das Lied von Wham! „Last Christmas“ inspiriert Elon zu einem finalen Sound für seine Reise. Er schreitet in seinem regenbogenfarbenen Raumanzug auf die MarsX zu, schaut auf seine Uhr, um die letzten Tweeds auf X zu versenden, bevor er das System abschaltet und lediglich eine simulierte Kommunikation in einer Endlosschleife zurücklässt. Es wird für alle auf diesem Planeten der Tag X sein. Definitiv, mit absoluter Gewissheit das Last X-Mas. Die Temperaturen lassen die Meere dampfen, die Wälder im Feuerschein glühen und die Berge im Widerschein leuchten. Die Meere werden auf die Wälder treffen und ein einzigartiges Schauspiel darbieten. Elon ist völlig aus dem Häuschen, singt und tanzt. Er zwingt sich, die erforderliche Checks durchzuführen. Er hat sein Raumschiff „X-Stern von Bethlehem“ mit seinem Cybertruck rechtzeitig erreicht, bevor die Systeme in der flimmernden Hitze der Weihnachtsnacht versagen würden. Der Fahrstuhl bringt ihn in die Raumkapsel. Er dreht sich noch einmal um, winkt den Robotern zu, die ihn auf die Reise schicken, die zukünftig niemand mehr brauchen wird, winkt in die entfernt flimmernde Sonne und die Richtung, wo er den Mars vermutet.

Der rotglühende Planet wird kleiner im Sichtfenster, das von Plakaten einer roten Erde und einem grünen Mars fast gänzlich zugeklebt ist, schnell kaum noch zu sehen, verschwunden. Er reißt das Plakat der Erde ab, liest ein letztes Mal sein Manifest:“ Die Erde muss zerstört sein, damit der Traum vom Mars lebt. Leb wohl Menschheit. Das Spiel ist aus. Hallo Mars, hallo Trantor“ ruft er aus. Er freut sich über das Schauspiel, das vom verglühenden Planeten ausgeht. „Alles nur ein Spiel, sagt er zu seinem mitfliegenden Avatar“ .
Wenig später: “ Ist das Genmaterial an Bord?“ erkundigt er sich.
„Das war noch nicht programmiert,“ erklärt der Avatar. Elon schaut Elon an, erst verständnislos dann lachend.
„Es ist noch einiges zu tun, bis wir aus dem Spiel raus sind und zum einzigen Spieler werden. Zum einzigen Weihnachtsmann, der auf dem Mars das Spiel bestimmt.“
Elon genießt den Moment und schaltet dann den Computer aus. „Machen wir Schluss für heute. Zeit für eine Weihnachtspause.“
Elon steht auf und geht in die Halle zu den Gästen, die das Spektakel auf einer Leinwand verfolgt haben.

Applaus.